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Nächstes Treffen: BRUNCH!

Bitte verewigt in der Kommentar-Funktion, was ihr mitbringt.
Brunch2
Die WG kümmert sich um Backwaren. (benutzt nicht umbedingt eure echten Namen).
BIS DANN. I.

Kommentare:

Ich bringe verschiedenen Aufstrich (vegetarisch lecker, Wurst, Käse) und ein wenig Antipasti mit

…wär aber nicht schlecht, wenn noch jemand sowas mitbringen würde, weil wir ja doch schon ein paar Leutchens sind…

hallo ihrse, ich bringe eine Packung Toastbrot mit und Kräuterquark…

Der Reisebericht…

مبادلة إسرائيل יִשְׂרָאֵל תְמוּרָה Israel Austausch 2008

Ein Reisebericht
Am 21. März 2008 macht sich die 14-köpfige Delegation der Berliner Falken, unter der Leitung von Kolja Schumann (Vorsitzender), auf nach Israel, genauer, zu unserer Partnerorganisation der Hanoar Haoved Vehalomed.

Tag 1
Gestern Morgen trafen wir uns um 9.45 Uhr vor dem Hauptgebäude des Flughafen Schönefeld. Nach den üblichen Sicherheitskontrollen erreichten wir endlich das Flugzeug dass uns von dort aus 4 ½ Stunden nach Israel flog. Wir erreichten den Flughafen von Tel Aviv am Abend und wurden dort von unseren Freunden von der Hanoar Haoved Vehalomed (kurz Nov) abgeholt. Mit 4 Autos holten Toni Nasser und seine Genossen uns ab und brachten uns an den Startpunkt unserer Reise, ins Kibbuz von Ravid. Dort angekommen erwartete uns erst mal ein leckeres Abendbrot bevor wir uns mit Toni zusammen setzten um unser Programm für die nächsten Tage zu besprechen.

Das Programm
Bis Dienstag werden wir in Ravid bleiben. Wir werden mit der Präsentation der Nov und der Falken Berlin starten und mit einem inhaltlichen Part zum Thema Zionimus fortfahren, außerdem die Steinfabrik und die Mangoplantage der Nov besichtigen. Dann werden wir am Montag das Kibbuz Eshbal, die arab sction und die Druz section besuchen und am Dienstag ins Ghetto Fighter Museum gehen. Danach werden wir Akko anschauen gehen und unsere letzte Nacht in Ravid verbringen. Von Mittwoch an werden wir unsere Reise mit ca. 800 Kindern fortsetzten, wir werden mit ihnen zusammen auf ihrem Camp übernachten und durch die Steinwüste und durchs Red Valley wandern, wir werden nach Eilat gehen und ins Kings City Museum. Dann werden wir eine Nacht in Nazareth verbringen und die Jugendclubs von Lafez und Mahammad besichtigen. Die Nacht von Samstag zu Sonntag werden wir eine Überraschung erleben…Am Sonntag besichtigen wir die Uni Beit Berl und Tsruya wird uns eine kleine Einführung ins education system der Nov geben. Wir werden ins Bundesbüro der Nov gehen und einen Vortrag zu Kinderarbeit hören. Montag werden wir mit Tsruya den City Kibbuz in Rishon, in dem sie lebt, besichtigen und uns einen weiteren Jugendclub anschauen. Dinstag haben wir Vormittags den letzten Tag frei in Tel Aviv bevor wir von Toni zum Flughafen gebracht werden.
Das Programm ist voll, aber nicht weniger wundervoll. Wir alle sind sehr gespannt auf die nächsten Tage.
Heute sind wir früh aufgestanden und haben erst mal Frühstück gegessen- sehr lecker! Es gab ganz verrückt bunte Cornflakes die für einige von uns zur Frühstückssensation wurden, dazu Omlette, Brot mit Zatar, Milch und Obst. Dann gings auch schon ans inhaltliche.
Wir haben eine ausführliche Präsentation der Hanoar Haoved Vehalomed gezeigt und anschließend ausführlich unsere Fragen beantwortet bekommen. Im Anschluss haben wir den anwesenden Freunden von der Nov unsere Präsentation vorgestellt. Dann hatten wir einen Workshop zum Thema Zionimus und die Theorien von Theodor Hrzl den Idan für uns vorbereitet hat. Es war äußerst informativ und Idan hat sehr kompetent alle unsere Fragen beantwortet und uns, gerade die denen Zionimus bis dato noch ein Fremdwort war, sachte ins Thema eingeführt. Er ging dann auf unseren Wunsch auch noch etwas weiter und hat über die Flüchtlingssituation in Dafur und im Sudan gesprochen. Nach dem Abendbrot haben wir weiter gemacht und Textauszüge und Buchausschnitte von gegenwärtigen Theorien und Darstellungen zum Zionismus gelesen und diskutiert. Es ging vor allem um unterschiedliche Auffassungen des Zionimus und der damit verbundenen Weltanschauung und dem Umgang mit dem Nah-Ost- Konflikt. Nach guten 10 Stunden inhaltlichem Seminar haben wir uns am Abend für uns als Gruppe noch mal zusammen gesetzt und eine kleine Auswertungsrunde gemacht, noch mal Fragen geklärt und besprochen und haben dann den Abend ruhig ausklingen lassen; ein paar haben Fußball gespielt, ein paar sind früher schlafen gegangen um für den nächsten Tag fit zu sein und ein paar andere haben noch lange interessante politische Diskussionen geführt.

Tag 2
Der Plan sieht für heute vor dass wir zu 10 Uhr nach dem Frühstück von Eita, dem Verwalter der Steinfabrik, abgeholt werden und eine Führung durch diese machen. Nach dem Mittag werden uns Udi und Tal mit auf die Mangoplantage zum arbeiten nehmen.

Die Steinfabrik war wirklich interessant. Erst haben wir von Eita eine Einleitung in die Funktion und den Aufbau der Steinfabrik bekommen, bei Kaffee und Kuchen haben wir darüber geredet wie die Fabrik läuft und funktioniert. Dann sind wir aufgebrochen das erzählte selbst anzuschauen. Eita hat uns den Unterschied zwischen teureren und billigeren Steinen und die Produktion solcher erklärt.

Billige Produktion teure Produktion
Durch die Lücken kann kalte Luft
Schwieriger eindringen, sie erwärmt
Sich bevor sie die Räume erreicht,
mehr Lücken = bessere Isolation.

Um 15 Uhr haben Udi und Tal uns abgeholt um mit uns auf die Mangoplantage zu fahren. Es eine äußerst schöne Erfahrung auf der Ladefläche des Pick-up zu sitzen, den Fahrtwind in den Haaren und die warme Sonne im Nacken zu fühlen und dabei durch die Weiten des >Heiligen Landes< zu fahren. Auf der Plantage angekommen erklärte Udi uns unsere Aufgaben; eine Gruppe sollte die runtergeschnittenen Bäume mit einer Mischung aus Farbe, Klebstoff und einem ökologischen Pestizidmittel anstreichen, eine andere kleinere Gruppe sollte die anderen Bäume von den abgestorbenen Ästen befreien, mit Säge, Gartenschere und Pinsel ging es für beide Gruppen ans Werk. Nach ca. 1 ½ Stunden sagte Udi es sei Zeit für uns zu gehen. Wir fuhren ins Büro von Udi und Tal, in das Administrationsbüro für Agrarkultur, und wurden auf Kaffee und Süßkram eingeladen. Wir besprachen unsere Gefühle während der körperlichen Arbeit und Udi und Tal erzählten uns von ihrer Arbeit. Es ist eine freie Arbeit, sprich, sie haben nicht so richtig feste Arbeitszeiten, wenn sie etwas nicht an einem Tag schaffen, schaffen sie es halt an nem anderen. Tal erzählte noch das er ausgleichend zu der körperlichen Arbeit auf der Plantage noch geistige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im politischen Sinne verrichte. Bei vielen von uns leuchteten die Augen als wir das hörten. Es scheint ein großer Wunsch von vielen aus der Gruppe zu sein ebenso ein ausgeglichenes Arbeitsverhältnis zu führen.
Danach gabs Dinner und dann haben wir den Abend wieder nett ausklingen lassen, ob Fußball, >Schweinchen in der Mitte< oder vor den Bungalows diskutieren, wieder einmal war alles vertreten.

Tag 3
Heute um 9.30 Uhr werden wir abgeholt um das Kibbuz Eshbal zu besichtigen.
Im Kibbuz trafen wir auf Ifat, sie ist in der Erwachsenenbewegung der Nov engagiert. Sie hat uns ein Video über ihre Arbeit, die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern gezeigt. In diesem Video sagte ein Junge, wäre er heute nicht bei der Nov, wäre er entweder auf der Straße oder im Knast, und dass er sich von den „Erziehern“ geliebt fühle als ob er eins der eigenen Kinder wäre. Ifat erklärt uns zudem, wenn man sich hier umschaue sieht man vielleicht keinen Luxus, dafür aber jede Menge Liebe.
Danach sind wir in 2 der 700 (!) Jugendclubs der Nov gewesen. Der erste war in Dir Al Assat und stand unter der Leitung von Lafez. Die Größe, die Ausstattung waren einfach unglaublich. Nachdem Lafez zusammen mit Freunden einen Monat in dem Club renoviert hat, sind drei große Gruppenräume entstanden, ein Büro, ein Computerraum mit ca. 8 Computern, eine kleine offene Küche und ein großer Eingangsbereich mit chiccem Fernseher und mehreren Sofas.
Danach waren wir wirklich gut essen in einem netten Restaurant. Das Essen war so reichlich dass die meisten schon nach der Vorspeise satt waren. Dann sind wir zu Mohammads Jugendclub gefahren. Dort hat uns der Chor, eine der vielen Gruppen die sich täglich in den Clubs treffen, etwas vorgesungen. Dieser Club war zusätzlich noch mit einer Bibliothek, einer Tischtennisplatte und einem Kicker ausgestattet. Die Jugendclubs und die Möglichkeiten die diese bieten, angefangen bei Hausaufgabenhilfe über solche Angebote wie Chor und ähnlichem, sind wirklich super.
Im Anschluss daran setzten wir unser Programm damit fort uns mit Lina, der Leiterin der Druz- Section zu treffen. Dort gab es wieder unglaublich viel zu essen, an diesem Tag ist jedeR von uns voll an seine/ ihre Grenzen gestoßen was das Essen betraf. Lina erzählte uns etwas über das Zusammenleben der Druz mit anderen Kulturen. Die Druz sind wohl sehr liberal jeder Ordnung gegenüber und ziehen es vor sich anzupassen als gegen bestehende Verhältnisse zu rebellieren. Was sehr für die Druz spricht ist dass es keine Frage darstellte ob eine Frau die Leitung übernehmen kann oder soll. Dann sind wir wieder nach Ravid gefahren wo es – Überraschung – wieder Essen gab. Nach diesem haben uns Udi und Tal zwei Filme über die Arbeit der Nov gezeigt. Der erste war als Propaganda Film gemacht und gedacht und deshalb sehr auf >schön< und >nett< gemacht, der zweite behandelte auch die Aspekte des Krieges und zeigte ein Camp mit 11.000 Kids und Jugendlichen als der Krieg ausbrach. Die Educator der Nov haben die Kinder evakuiert und ihnen so viel Schutz geboten wie es in dieser Zeit möglich war. Sie haben sehr viel geredet über den Krieg, warum, wer mit wem und wer gegen wen und was die Hintergründe sind, über wie sich die Kinder dabei fühlen, haben viel zusammen geweint und versucht so viel wie möglich mit Spielen und >nicht allein lassen< leichter zu machen. Udi und Tal haben auch erzählt dass es ihnen hauptsächlich darum ging den Kindern zu erklären was Krieg ist und warum dieser Krieg ist. Frei nach dem Motto: Wir müssen unseren Kindern den Frieden erklären damit sie niemandem den Krieg erklären (!) haben sie Aufklärungsarbeit geleistet und den Kindern versucht zu erklären wie unsinnig und unnötig Krieg ist. Udi, der selbst als Soldat tätig war, hat sich auch und gerade in dieser Zeit Gedanken über seine Rolle gemacht und dabei beschlossen dass genau diese Tätigkeit die ist für die er leben will.

Tag 4
Heute werden wir ins Ghetto- Fighter- Museum fahren und danach in die kleine Stadt Akko. Udi hat uns anhand von Max eine kleine Israelkarte gezeigt:

Das Ghetto Fighter Museum
Zunächst waren wir in dem Kindermuseum. Dort war alles kindgerecht gehalten, also weniger zum lesen, mehr zum schauen und hören. In Kreisform hat man sich bergab durch verschiedene Ebenen begeben. Es gab viele Fernseher in welchen Zeitzeugen von ihren Erlebnissen berichten. Im Hintergrund hörte man Kinderstimmen auf hebräisch reden. Viele der Schilder und Aufschriften der ausgestellten Fundsachen waren auf deutsch, was natürlich logisch ist, aber für uns dennoch etwas überraschend. Etwas besonderes an dieser Ausstellung war das sie nicht mit dem Holocaust aufhörte sondern auch das Leben danach behandelte, Bilder von den Überlebenden Heute die ihre Dinge die sie einst besaßen der Ausstellung zum Zweck der Aufklärung vermachten.
Nach dem Kindermuseum sind wir in eine andere Ausstellung des Museums gegangen. Diese war mehr inhaltlich, viele Schrifttafeln mit Erklärungen auf Englisch. Die Ausstellung war auf zwei Ebenen gehalten, die eine stellte die Abläufe im Warschauer Ghetto im Untergrund dar, wie sich eine Untergrundgruppe namens JFO (Jewish Fighter Organisation) zusammen gefunden hat und sich gegen die Nazis organisiert hat und die andere Ebene sollte die Oberfläche darstellen und hing anhand von Fototafeln von der Decke herab, es zeigte die Taten der Nazis. Die Untergrundebene war durch kleine Nachbauten dargestellt, und durch Artefakte wie Waffen oder Kleidungsstücke.
Dach dieser Ausstellung sind wir erst mal in der nahe gelegenen Kantine essen gegangen bevor wir den letzten Teil dieses Museums besichtigten. Wir wurden in einen dunklen Raum geführt in dem an eine Wand eine Matrix aus Buchstaben gebeamt wurde. Die Buchstaben flogen von unten nach oben über die Leinwand und blieben manchmal kurz stehen, bildeten Worte und verflogen dann wieder weiter bis sie schließlich verschwanden. Wir redeten kurz über unsere Meinung zum Sinn dieser Wand. Worte wie >Vergänglichkeit< und >Erinnerung< wurden in den dunklen Raum geworfen bevor wir aufgeklärt wurden. Die Worte die sich kurzzeitig abbildeten waren Namen von Dörfern und Städten in denen einst Menschen jüdischen Glaubens lebten aber vertrieben wurden. Dann wurden wir uns selbst überlassen; die letzte Ebene der Museumsführung ist die sich eigene Gedanken und Meinungen zu bilden. Die andere Wand des dunklen Raums war mit schwarzen Glasvitrinen ausgestattet, berührte man den Touchscreen ging in der Vitrine Licht an und man hatte Einsicht auf verschiedene Ausstellungstücke wie zum Beispiel Schuhe, Koffer, Bilder, Waffen und anderer Relikte. Diese waren mit Nummern versehen, wenn man diese Nummern eintippte erschien auf einem kleinen integrierten Monitor die Erklärung des Stückes, woher es kommt, von wem es stammt und wo es gefunden wurde. Dann wurden wir mit unseren Eindrücken und Erlebnissen noch zu einer Abschiedsrunde in einen kleinen Raum geführt. Dort haben wir noch ein kleines Gespräch geführt und dann wurden wir auch schon von Toni, Adnan und Lafez abgeholt und nach Akko gefahren.

G-F Museum
(im G.F.-Museum)

Was der Reiseführer über Akko sagt:
>Erleben Sie den bezaubernden Charme der Stadt Akko
Die historische, fesselnde Überlieferung dieser Stadt, das einmalige Aufeinandertreffen von Ost und West, die authentischen Zeugen der Vergangenheit, die einzigartige Begegnung von Glauben und Religionen umgeben von Überresten der verschiedenen Kulturen- all das hat Akko zu einer der wichtigsten Städte der Antike gemacht.< Dort hat Tal uns ein bisschen rumgeführt. Ganz Akko ist an der Küste von einer Mauer eingezäunt, diese bot zum Beispiel erfolgreich Schutz als Napoleon damals versuchte Akko einzunehmen aber an der Mauer scheiterte. Dort an der Mauer sahen wir ein paar Jugendliche die von der Mauer aus bestimmt 20 Meter tief in die Fluten des Mittelmeeres sprangen. Schon etwas krass, aber nett anzusehen. Wir liefen noch eine Weile durch die kleinen Winkelgassen bis wir schließlich in einer Shishabar landeten. Dort lud uns Toni zu Wasser und klater Cola ein. Danac h sind wir wieder nach Ravid gefahren, für die letzte Nacht.
Tag 5
Früh morgens wurden wir abgeholt und stiegen bald darauf in einen Bus voller Kids, denn es geht auf zum Camp. Die nächsten drei Tage werden wir zusammen mit 800 Kindern auf dem Camp verbringen. Wir sind mit dem Bus ziemlich lange gefahren bis wir in der Steinwüste von Israel ankamen. Dort gingen wir auf Wanderschaft. Mit viel Wasser und einigen sozialistischen Lieder im Gepäck machten wir uns auf durch Schluchten und in schwindeligen Höhen. Bei der Erklimmung der Felsen schlängelten sich über 800 Leute durch enge Pfäde und Wege, drehte man sich mitten dabei um, konnte man eine lange Reihe von Blauhemden sehen. Super klasse sah das aus. Es gab sofort ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Gemeinsam sind wir stark und können dir größten Berge erklimmen!

RED VALLeY BIG
(Red Valley)

Nach unserem Marsch durch die Steinwüste sind wir mit dem Bus weiter auf das Camp gefahren wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen. Als wir ankamen schlug Toni uns vor entweder in Bungalows oder in Zelten zu schlafen worauf hin eine langatmige Diskussion folgte an dessen Ende wir uns letztendlich doch dafür entschieden i Bungalows zu schlafen. Dann bekamen wir einen kleinen Snack bevor wir unser Gepäck in die Bungalows brachten. Diese waren ein kleines Stück abseits von dem Camp auf dem die Kids und Betreuer in riesigen Zelten schliefen. Das Camp an sich war eine riesige Party, überall wurde gespielt, gelacht und getanzt. Wir blieben bei einer der tanzenden Gruppen stehen und wurden prompt in die Geschehnisse eingebunden und zum tanzen und mitklatschen verführt. Es hat riesig Spaß gemacht. Abends haben wir wieder vor den Bungalows zusammengesessen und gequatscht und diskutiert. Kolja hat angefangen uns Sandras Buch >Feuchtgebiete< von Charlotte Roche vorzulesen. Dann sind wir auch schlafen gegangen.

Tag 6
Um 20 nach 8 hat Toni uns heute geweckt. Erst gab es wieder Frühstück und dann fuhren uns 15 oder mehr Busse ins Red Valley wo die nächste Wanderung anstand. Bahir hat uns als erste Gruppe durch die von Wasser geformten Schluchten geführt und uns nebenbei eine Geschichte erzählt (kommt später…). Die Wege waren teilweise sehr eng und steil, wir mussten auch sehr aufpassen keine Steine loszutreten die andere unter uns laufende Gruppen treffen und verletzen könnten. Aber es war ein riesiger Spaß so durch die Steine zu klettern. Zum Glück war es an diesen Tagen auch nicht mehr so heiß wie die Tage zu vor, so konnten wir alle gut durchhalten ohne zu zerfließen. Die Wanderung dauerte ungefähr 1 bis 1 ½ Stunden und tat uns allen sehr gut. Dann sind wir weiter nach Eilat gefahren, dass ist so zu sagen das Mallorca von Israel. Dort sind einige baden gegangen im Meer und andere haben die kleinen Touri Shops an der Promenade abgebummelt.Nach dem kurzen Besuch in Eilat sind wir in das 4D Museum >Kings City< gefahren. Dieses hat mehrere Erlebnishöhlen, wir haben mit der Bibelhöhle angefangen, in 9 Schaufenstern sind Kapitel aus der Bibel durch Puppen mit kleinen süßen Effekten dargestellt. Nach dieser Höhle waren wir im 4D Kino, mit 3D Brille, wackelnden Stühlen und Wasser und Luft die uns ins Gesicht gespritzt wurde wurde uns die Geschichte des Alten Ägyptens erzählt. War nur schwierig während dieser ganzen Attraktionen die Konzentration auf den Inhalt des Films zu richten. Nach dieser Höhle hatten wir Zeit uns die anderen beiden Höhlen in einzelnen Gruppen anzuschauen. Einige genossen das Fast Food Restaurant im Erdgeschoss, andere machten sich gleich auf die Entdeckungstour durch die Höhlen. Die Illusionshöhle fand ich mit am besten, viele kleine optische Täuschungen, Tricks und Selbsttests warteten dort. Das hat echt Spaß gemacht. Dann sind wir abends wieder ins Camp gefahren und haben den Rest des Abends ruhig ausklingen lassen.

Tag 7
Heute sind wir mit dem Bus ins David Valley gefahren. Doch weil wir es nicht schafften als erste Gruppe los zu gehen stellte uns Bahir vor die Wahl ob wir lieber durchs Valley oder ans Tote Meer wollen, weil die Zeit nicht für beides reichen würde. Wir entschieden in der Gruppe zum Toten Meer zu fahren. Dort konnten wir uns ca. ½ Stunde treiben lassen, Fotos beim Zeitung lesen auf Wasser machen, Sterne aus mehreren Menschen formen oder uns mit dem angeblich so gesunden Schlamm des Sees einreiben. Dann ging es für uns weiter nach Nazareth wo wir die Kids verließen um in einem super Hotel einzuchecken. Toni lies uns Zeit uns zu duschen und einfach auszuruhen bevor unser Programm schon wieder weiter ging. Erst gingen wir wieder lecker Essen und danach noch in eine Shisha Bar. Dort saßen wir bis ca. 1

Tag 8
Heute konnten wir im Vergleich zu den anderen Tagen mal fast ausschlafen. Erst um 10 trafen wir uns um einen weiteren Jugendclub der Nov zu besichtigen, den von Waschti. Dort redeten wir über die Schwierigkeiten die auch von Außerhalb kommen, von religiösen Menschen oder von der Regierung. Danach durften wir eine kleine Führung machen. Wir waren in den beiden großen Basilicas und sahen Teile des alten Nazareth das freigelegt worden war. Danach machten wir noch eine außerplanmäßige Führung durch die Ausgrabungs- und Nachstellungsstätte Nazareth Village. Dort wurde vor ca. 6 Jahren angefangen ein altes Dorf nachzubauen und durch Ausgrabungsstücke zu komplettieren. Sehr authentisch und interessant wie damals gelebt und gearbeitet worden ist. Danach hatten wir Freizeit bis 17 Uhr. Wir teilten uns in Grüppchen auf und machten die kleine historische Stadt unsicher, schlenderten über die Märkte, gingen Eis essen oder Geld wechseln. Dann trafen wir uns mit Toni vor dem Hotel mit gepackten Koffern. Diese Nacht wird für uns eine Überraschungsnacht. Wir fuhren nach Haifa. Erst zeigte Toni uns den, durchs schlechte Wetter leider etwas getrübten, Ausblick vom Berort Camiel aus. Dann fuhren wir weiter auf eine kleine Aussichtsplattform die Stella Mare hieß und von da aus weiter uns das Anwesen der Baha’i’a Religion anzuschauen. Diese, erklärte uns Toni, haben a. 1000000 Mitglieder die täglich 1 Euro (umgerechnet) Beitrag leisten, dementsprechend sieht ihr Anwesen auch aus, alles pingelich säuberlich gepflegte Grünanlagen, teure Lichtermeere die nachts die City erhellen und lauter schick geschnittene Büsche und Bäume. Für meine Verhältnisse etwas zu spießig, aber dennoch nett anzusehen. Dann fuhren wir weiter in unser Hotel für diese Nacht. Ich nenne es liebevoll das >Bibel Hotel< , es wird von Nonnen verwaltet und Jungs und Mädels sollten in getrennten Zimmern schlafen. Viel Zeit zum verschnaufen hatten wir nicht, dann ging es auch schon weiter, Toni lud uns in ein wirklich schönes und nobles Restaurant ein. Es gab dort 3 Gänge a 3 Menues, zur Vorspeise hatten wir verschiedene Salate, mit und ohne Schafskäse, mit Nacchos und ohne… einfach Wahnsinn, habe nie zuvor so cremigen Schafskäse gegessen. Dazu das erste mal seit Tagen gesundes Vollkornbrot. Die Hauptspeise bestand aus Fisch, Rind und Hühnchen, und zum Nachtisch gab es noch mal lecker Nachtisch. Dann gings an den Strand. Die Leader aus Haifa haben uns mitgenommen auf eine Electro Session am Strand von Haifa. Einer der Leader brachte sein Auto mit lauter Musikanlage mit und so konnte getanzt und gefeiert werden, die Kulisse war atemberaubend, ein paar dunkle Gestalten in tanzender Haltung, dazu die Wellen des Meeres im Hintergrund und auf der anderen Seite die Dünen die uns Schutz boten. Einfach cool. Spät erst fuhren wir zurück ins Hotel, einige tauschten mit den Leadern noch Mailadressen aus und luden sich gegenseitig zu Besuchen ein. Dann verabschiedeten wir uns vor unserem Hotel und zogen auf unsere Zimmer. Dort lasen wir uns gegenseitig noch Stücke aus der Bibel vor und gingen dann auch schlafen.

Tag 9
Nach dem Frühstück das nicht sehr besonders war wurden wir von einem kleinen Bus abgeholt. Dieser fuhr, beziehungsweise der nette Busfahrer Ali, fuhr uns nach Tel Aviv, genauer, in die Uni von Tel Aviv wo wir auf Tsruya trafen. Sie erzählte uns etwas über das >education system< von der Nov. Die Nov hat nämlich so etwas wie ihre eigene Fakultät an der Uni. Fast alle studieren dort. In der Pause haben wir viele unserer Freunde wiedergetroffen die dort in ihrem normalen Alltag studieren. Nach dem super Uni Essen fuhren wir in das Bundesbüro der Nov und durften uns dort umschauen. Tonis Büro war wie eine kleine Ausstellung, die Wand war tapeziert mit Fotos, Postern und Urkunden von befreundeten Organisationen. Außerdem hatte er jede Menge kleine Geschenke aufgehoben und Regalen gesammelt, von Aufnähern, Anhängern und Karten über Kerzen, Anstecker und Aufkleber. Wir wurden in einen kleinen Raum zu Kaffee und Kuchen eingeladen während uns ein Mitarbeiter der Nov über Kinderarbeit in Israel und den Gegenaktivitäten der Nov aufklärte. Er machte das anhand einer kleinen Präsentation. Dort redeten wir eine ganze Weile über dieses schwierige Thema, Kinderarbeit ist gerade in der arabischen Sektion ein Problem, wobei der Grad dort schmal verläuft zwischen >der Familie helfen im eigenen Gemüseladen< über Ausbeutung bei typischen Jobs wie in Fast Food Lokalen an der Kasse bishin zu wirklich harter Kinderarbeit wobei alle Rechte der Kinder missachtet werden und sie ausgebeutet werden ohne sich dagegen wehren zu können. Nach dem Vortrag im Bundesbüro machten wir uns mit dem Bus auf in die City von Tel Aviv zu unserem Youth Hostel in dem wir die letzten Nächte in Israel verbringen werden. Dort hatten wir einige Zeit unsere Zimmer zu bezeihen bevor uns Toni zu einem Restaurant an der Strandpromenade führte und zum essen einlud. Von unseren Plätzen aus konnten wir der Sonne beim untergehen zu schauen. Es ging so schnell dass das Fotos machen schwer war, so schnell und genau hab ich diesen Vorgag noch nie betrachten können. In dem Restaurant gab es verschiedene Hauptgerichte, alle altbekannt; es gab Spaghetti, Lasagne und Pizza. Dazu Salat und frisch gepresste Limonade. Nach dem Essen hatten wir Freizeit die wir a Strand verbrachten. Wir kauften uns ein bisschen Verpflegung und saßen einfach am Strand bis wir zu müde dafür waren und zurück ins Hotel gingen.

Tag 10
Der Plan für heute sieht vor Tsruya zu Hause zu besuchen, sie wohnt in dem City Kibbuz in Tel Aviv, der Rishion Letsion, diese Kommune ist eine der neuesten, gerade 1 Jahr existiert sie nun. Dort wohnen in 3 Wohnungen knapp 40 Menschen, die größte Wohnung zählt 18 Leute, Tyruya wohnt in der etwas kleineren Wohnung zusammen mit 13 anderen und dann gibt es noch die dritte Wohnung die sich 9 Leute teilen. Ziemlich cool dieses Zusammenleben so wie ich es mir vorstelle, klar birgt es auch Schwierigkeiten, das hat Tsruya auch bei ihrer Vorstellung des Lebens im City Kibbuz mit keinem Wort verschwiegen. Aber es geht eben auch darum Probleme zu diskutieren und zu ändern, gemeinsam. Zum Mittag haben wir alle zusammen Salat gemacht und Guy hat uns Pizza geholt die wir lecker schnell verputzt hatten. Danach sind wir wieder ins Bundesbüro gefahren. Ein Paar haben ein Gespräch mit Toni geführt und alle die Lust hatten konnten nach Jaffa in den alten Stadtteil von Tel Aviv auf den Märkten stöbern gehen. Um 17 Uhr trafen wir uns wider vor dem Bundesbüro um eine Abschlussrunde mit Toni, Bahir, Lafez und Edan zu führen. JedeR sagte seine/ ihre Meinung und Gefühle zu der Reise und wir bedankten uns bei allen für den angenehmen Aufenthalt den wir ihnen, vor allem Toni, nun mal zu verdanken haben. Dann bakamen alle noch Geschenke, einen Rucksack mit Anstecker, Kuli und Schlüsselanhänger der Nov und einen Teller voll leckerer Süßigkeiten und dann zu unserer aller Freude eine Tasse mit unseren Namen drauf, dem Logo der Nov und der Falken und die Daten der Reise. Das war wirklich so lieb von Toni und muss wie alles andere auch ein Vermögen gekostet haben. Nach der schönen Auswertungsrunde gingen wir alle noch mal super Essen und wurden dann von Toni in unsere letzte Nacht und unseren letzten Tag begleitet. Diese Nacht verbrachten wir auf dem Balkon und rauchten die neuen Shishas die sich Leute von uns in Jaffe gekauft hatten. Wir diskutierten wieder scheinbar ewig bis wir fast aufm Balkon einschliefen.

Tag 11
Das ist unser letzter Tag im Land in dem Milch und Honig fließen. Wir mussten bis 10 Uhr aus dem Hostel auschecken. Einige verschlossen ihr Gepäck in Lockern und andere nahmen es einfach mit an den Strand. Eine kleine Gruppe machte sich auf noch einmal Jaffa zu erkunden unter der Führung von Robin, unserem Infopoint der ganzen Reise aufgrund seiner häufigen Aufenthalte in Israel. Nach der City Tour trafen auch die Leute der Exkursionsgruppe am Strand ein um die letzten paar Stunden Sonne zu tanken bevor es wieder zurück ins kalte Deutschland geht. Um 15 Uhr trafen wir uns mit Toni und Lafez und Ali am Youth Hostel mit Gepäck um zum Flughafen los zu fahren. Fast alle haben an diesem letzten Tag einen dicken Sonnenbrand mitgenommen. Auf der Fahrt zum Flughafen machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp an einer Eisdiele. Das Eis war der Hammer und Lafez erzählte uns dass dies der beste Eisladen der Stadt ist. Dann verließ uns Toni, er kam nicht mehr mit zum Flughafen, nur Lafez und Ali brachten uns bis an die Sicherheitschecks wo wir wieder ein paar Fragen beantworten mussten. Dann wurden wir die Koffer los und setzten uns noch mal zusammen um eine kleine Auswertungsrunde für uns zu machen. Um 19 Uhr konnten wir dann an Board des Flugzeugs gehen. Der Flug dauerte wieder ca. 4 ½ Stunden und verlief sehr ruhig, um 23.05 Uhr landeten wir planmäßig am Flughafen Berlin Schönefeld wo wir noch ein paar Sachen bequatschten und ein Abschiedsfoto knipsen ließen. Dann löste sich die Gruppe in alle Himmelsrichtungen auf. So endet eine wunderbare, lehrreiche und schöne Reise auf diesem fernen Kontinent und diesem so interessanten Erez Israel.

Von L. S.

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TelAviv

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